Elīna Garanča – eine Stimme der Hoffnung und Zuversicht

Ein Abschied zu Beginn, eine Überraschung am Ende: Es ist ein ausgeklügeltes Programm, das Elīna Garanča gemeinsam mit ihrem Mann Karel Mark Chichon, dem musikalischen Leiter des Abends, zusammengestellt hat. Innige Gefühle kann man heraushören, wenn die Mezzosopranistin mit der Arie der Johanna aus „Die Jungfrau von Orleans“ von Pjotr Iljitsch Tschaikowski startet. Die Zuneigung der werdenden Kämpferin zur sie umgebenden Natur steht dabei im Vordergrund – passend zur einzigartigen Kulisse. Aber auch die mitschwingende Angst der jungen Frau, die aufs Schlachtfeld ziehen soll, kommt in dieser Arie zum Ausdruck. Ein starker Start für ein starkes Programm.

Und auch wenn Elīna Garanča an diesem Abend das zweite Mal auf die Bühne kommen wird, dreht sich, was sie singt, um das Verlassen: Gemeinsam mit Arsen Soghomonyan wird sie das Duett „No, no, Turiddu“ aus Pietro Mascagnis „Cavalleria Rusticana“ singen. Als Santuzza fleht sie Turiddu um seine Liebe an. Soghomonyan wird außerdem „Mamma, quel vino è generoso“ aus dieser Oper zum Besten geben, wenn er als einer der „Friends“ von Garanča auf der Bühne steht. Als weitere „Freundin“ ist die Sopranistin Cellia Costea mit dabei, die „Ritorna vincitor!“ aus Giuseppe Verdis „Aida“ präsentiert.

Sie ist auch Garančas Partnerin, wenn es darum gehen wird, die „Schöne Nacht, oh Liebesnacht“ zu besingen. In dieser „Barcarolle“ – unter dieser Bezeichnung ist sie auch bekannt - hat Jacques Offenbach das Schaukeln der venezianischen Gondeln fachmännisch in Musik verwandelt und einen wahren Klassik-Ohrwurm geschaffen, den Elīna Garanča schon lange gerne singt. Koketter und durchaus mit Witz und Esprit wird die Mezzosopranistin sich andererseits mit „Art is Calling for Me“ von Victor Herbert aus „The Enchantress“ präsentieren, ist dies doch eine humorvolle Liebeserklärung an die Kunst.

Englisch singt auch Nachwuchs-Bass Philipp Schöllhorn, der mit jenem Stück auftritt, mit dem er Elīna Garanča bei ihrem Wettbewerb zur Initiative „ZukunftsStimmen“ von seinem Können überzeugte: „I got plenty of nothin´“ aus George Gershwins „Porgy and Bess“. Die Möglichkeit sich solistisch zu präsentieren haben auch Cellia Costea und Arsen Soghomonyan mehrfach, während das Symphonieorchester der Volksoper Wien die Gesangsstücke mit orchestralen Glanzstücken einrahmt. Hier werden der „Galop Infernal“ aus „Orpheus in der Unterwelt“, also Offenbachs berühmte Can-Can-Nummer, ebenso zu hören sein wie der Tango „A fuego lento“ von Horacio Salgán und der berühmte Walzer aus „Schwanensee“ von Tschaikowski.

Für das Ende hat Karel Mark Chichon ein Medley ausgearbeitet, das mit „Marechiare“, „Core´ngrato“ und „Granada“ auf temperamentvolle Art und Weise die Sehnsucht nach dem Süden aufkommen lassen wird.